Monarchie? Warum nicht!

Kaiser Franz Josef 1. empfängt in Totis den Deutschen Kaiser Wilhelm.

Gemeint ist das Thema allerdings nicht politisch, sondern für unser geliebtes Hobby Modellbahn. Da kann „Monarchie“ sehr wohl ein faszinierendes Thema sein. Auch hat man die Möglichkeit zwischen verschiedenen Schwierigkeitsgraden bei der Anlagengestaltung zu wählen. Während für das Königreich Bayern und das Deutsche Kaiserreich bereits sehr viel getan wurde, seitens der Hersteller, schlummert das k. u. k,. von Österreich – Ungarn, noch sehr ruhig vor sich hin. Ich meine auch, dass bei so einem Anlagenthema aber eher die Liebe zum Detail als der blanke Genuß an Schienen, Weichen und Betrieb vorherrschen muß. 
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Man ist also gefordert, wenn man versucht, so ein Thema zu gestalten. Für die kkStb gibt es wenig Erzeuger, mit herkömmlichen Industriemodellen wird es hier nicht getan sein. Für ein Modell in wahrlich „kaiserlicher" Ausführung muß man da schon tief in die Tasche greifen, wenn man an Micro Metakit, Ferro Train und Lemaco denken möchte. Dafür erhält man aber auch Modellbau in reinster Vollendung. Das man sich diesen Luxus nicht immer leisten kann, einen Rolls Royce der Modellbahn zu kaufen ist klar und Bausätze wie jene von Gerard oder Much erfordern derartig viel handwerkliches Können, dass sie nicht jeder zusammenbauen kann. Roco hat sich gar nur einmal zu einer kkStb Auflage der 310.23 entschlossen. Aber bei genauer Beobachtung, lassen sich doch hin und wieder Kleinserien erkennen.

Vor allem, und dafür sei auch gedankt, Klein Modellbahn, hat diese kleine Lücke genützt, und z.B. eine wunderschöne 629 in kkStb Ausführung geschaffen. Weiters hat Kleinbahn  Personenwagen anno 1910, sowie die alten Wiener Stadtbahnwagen (auch bei Klein Modellbahn), wenn auch nicht exakt 1:87 im Programm. Wer die Stadtbahn maßstäblich aus dieser Epoche will, bekommt sie von Ferro Train. Nebenbei hat Ferro Train die Pressburger Bahn, die zwischen Wien und Pressburg (Pozsony, heute Bratislava) verkehrte, geschaffen, was eine perfekte Rarität und eine Reminiszenz für eine große Eisenbahnstrecke vergangener Tage darstellt.

Für Personenwagen aus dieser Epoche hat auch die  tschechische Firma ÁDÁ einen Versuch gestartet. Leider sind Güterwagen der kkStb eine absolute Mangelware und kaum zu bekommen. Mit etwas Geschick lässt sich aber der eine oder andere Güterwagen dieser Epoche von der königlich badischen, königlich bayrischen oder der königlich preußischen Eisenbahnverwaltung für österreichisch – ungarische Zwecke umbauen. Ohne „Augenzwinckern" jedenfalls, lässt sich k.u.k. Güterverkehr nicht bewerkstelligen.

Bei Hofzügen sieht es für Österreich – Ungarn noch schlechter aus. Während der Zug des Bayern König Ludwig längst schon von mehreren Firmen (Brawa, Trix, Märklin) bereits entdeckt und gebaut wurde und auch der Hofzug des Deutschen Kaisers Wilhelm (Trix, Märklin). Sind wir Österreicher da noch auf der Strecke geblieben, im wahrsten Sinne des Wortes.

Trotz allem habe ich es versucht, und es mir nicht nehmen lassen, ein Kaisermanöver, wie es 1897 in Totis (Deutsch-Ungarn, heute Tátá) stattgefunden hat nachzubauen. Das Thema ist die Ankunft des Deutschen Kaisers Wilhelm, am Bahnhof von Totis, wo er von seiner apostolischen Majestät Kaiser Franz Josef I. empfangen wird.

Alte Bilder dienten hier als Vorlage. Die Figuren der beiden Monarchen gab es von Preiser für den Deutschen Hofzug, aber das war auch schon alles. Vor allem bei den Figuren entstehen die Probleme, zumal sie Preiser auch noch tlw. falsch bemalt, zumindest bei den Uniformen. Mit eine bisserl Geduld und guten Büchern, als Vorlage der Uniformen, sowie Nachhilfe in punkto anmalen, schafft man aber einiges. Die marschierenden Deutschmeister wurden aus amerikanischen Soldaten gefertigt. Recht einfach sogar.

Den Tschako der Amis etwas abschleifen und blau anmalen, sowie die Uniform. Eine k. u. k. Standarte für den Fahnenträger, statt der amerikanischen, und fertig, die Österreicher: „fesch san's!"

Die anderen Figuren wird man, um nicht zuviel Wiederholung zu haben, ebenfalls farblich nachbessern müssen. Viele Pferdekutschen für den Hofstaat sind notwendig, da seine Majestät Kaiser Franz Josef I., die Automobile hasste, weil sie ihm Angst machten. Er fuhr  lieber mit der Kalesche. Hier hat Preiser einiges an  Kutschen anzubieten. Die doppelsitzige für beide Monarchen nebst Gattin des Deutschen Kaisers, stammt von Merten und wurde von der Hochzeitskutsche zur Hofkutsche umlackiert. Die Leibgarde des Kaisers zu Pferd wurde umgearbeitet, sowie auch die Generalität der k. u. k. Monarchie.

Ehrenpforten waren damals üblich, um den durchlauchtigsten Herrschaften die Huldigung der Bevölkerung darzubringen. Jedenfalls steht dem Kaisermanöver nichts mehr im Wege.
Sollten Sie Fragen zu einem der gezeigten Fotos haben, dann mailen Sie mir einfach unter
gerald@pichowetz.at
Also, viel Vergnügen beim betrachten der Bilder und vielleicht ist dieses Thema eine Anregung, etwas aus vergangenen Tagen zu bauen, wo Erfindungreichtum gefragt ist und es fast nichts von der „Stange" gibt. Bis zum nächsten Mal,


Ihr Gerald Pichowetz 

P.S.: Im Anhang, die Liste der Firmen, deren Produkte beim Dioramabau Verwendung fanden.

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