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Schlepp- Werks- u. Rollbahnen an der Ybbstalbahn-Bergstrecke |
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Bericht von H. C. Kohn |
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Zusammenstellung: Ernst Sladek |
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Bereits beim Bau der 2. Wr. Hochquellen-Wasserleitung 1904-1910 hatten die mit der Planung befassten Stellen und der Leiter der Projektierugsarbeiten OB Ing. Dr. Karl Kinzer die Idee größere Gefällestufen im Verlauf der Wasserleitungs-Trasse für die Erzeugung elektrischer Energie zu nutzen. |
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| Übersichtsplan mit Abbildung links: Baustelle Kraftwerk Gaming (1), rechts: Steinkohlenbergwerk (4) | |
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Bedenken des damaligen Wr. Bürgermeisters Dr. Karl Lueger bezüglich der
Verschmutzung des Trinkwassers auf seinen langen Weg vom den Quellgebieten
des Hochschwab’s bis Wien haben sich als irrelevant erwiesen.
Um 1920
begann
die Wasserkraft A.G. Wien (WAG) mit der Projektierung eines Kraftwerkes in
der Pockau im Gemeindegebiet von Gaming NÖ. Für die umfangreichen
Materialtransporte zum Stollen und Kraftwerksbau wurden 3 Schleppbahnen
mit 760 mm Spurweite, ausgehend von der Ybbstalbahn errichtet. Um sich das aufwendige u. kostenintensive Umladen der umfangreichen
Baumaterialien, Maschinenteile und Rohre von den Normalspurwagen der
Erlauftalbahn auf die Schmalspurwagen der Ybbstalbahn zu ersparen Alle Schleppgeleise wurden mit den Lokomotiven der Ybbstalbahn bedient, wobei nur jeweils 1 Rollwagen geschoben mit 5 Km/h und gezogen mit 10 Km/h befördert werden durfte. |
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Die 1. Schleppbahn (1) mit einer Länge von 510 m, beginnend unmittelbar nach der Eisenbahnkreuzung Ybbstalbahn - Bundesstraße 25, bei Streckenkilometer 70,041, in das Tal der Pockau, überquerte die Straße nach Gresten und den Pockaubach führte bis in das Gelände der Baustelle und später in die Maschinenhalle des Krafthauses. Nach der Entscheidung der Wiener Stadtwerke-Elektrizitätswerke den Gleisanschluss zum Kraftwerk aufzulassen wurden sowohl die Gleise der Schleppbahn als auch die Rollwagenanlage 1959 abgetragen. Beide „Transporteure“ wurden verschrottet. Zur Bedienung der Baustelle Grieselreith, 184 m oberhalb des Kraftwerkes, wurde eine 580 m lange Standseilbahn mit einem Gleis (Spurweite 1200mm) für den Materialtransport und einem Gleis (Spurweite 760 mm) für den Gegengewichtswagen errichtet. Die 2. Schleppbahn (2) zweigte beim Km 66,347 der Ybbstalbahn ab und führte als 185 m langes Ladegleis über eine provisorische hölzerne Brücke zu einem Materiallagerplatz von wo die Materialien mit einem Schrägaufzug zur Baustelle Obersberg transportiert wurden. Wegen des hölzernen Brückenprovisoriums durfte die Strecke nur im Schritttempo befahren werden und wurde 1926 abgetragen. Die
3. Schleppbahn (3) begann abzweigend
bei Km 63,300 der Ybbstalbahn an der Bergseite des Hühnernestviaduktes
mit einer Länge von 50 m und bediente den Lagerplatz der Baustelle Hühnernestgraben,
von wo eine 600 mm Materialbahn und ein Schrägaufzug zum Fensterstollen Stickelleithengraben führten.
Alle Schleppgeleise und Schrägaufzüge wurden nach Beendigung der
Bauarbeiten entfernt, jedoch ist das jeweilige Planum im Gelände noch zu
erkennen. Anlässlich
der Generalsanierung der Hochquellenwasserleitung 1953
wurde an dieser Stelle wieder ein 50 m langes Abstellgleis für den
Materialtransport und gleichzeitig für den Personentransport eine
Bedarfshaltestelle für die
Zeit der Bauarbeiten eingerichtet. Das Ansuchen des Gaminger Bürgermeister
die Haltestelle nach Abschluss der Bauarbeiten zu belassen
wurde abschlägig Beschieden. Die Anlagen wurden 1954
abgetragen. Von 1925-1936 führte eine Rollbahn (4) vom Steinkohlenabbau des Helmelbodenstollen’s am Fuße des Pramelreithereck’s zur der auf der anderen Seite des Bodingbachtales gelegenen Haltestelle Holzapfel. |
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Als 1875 die Familie Rothschild die Waldreichen Gebirgstäler zwischen Lunz und dem Zellerein erwarb, hatte deren Forstverwaltung in Maierhöfen bei Langau ein Sägewerk errichtet und standen vor großen Transportproblemen, da das Projekt einer Flügelbahn Lunz – Langau nicht ausgeführt wurde. |
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Es blieb für Stammholz nur die Trift auf
der Ois (Ybbs),
Sägeprodukte mussten auf Pferde- oder Ochsenfuhrwerken zur Verladung nach Lunz gebracht werden. |
![]() Lokomotive 1 mit einem Waldbahnzug aus der Langau (1928) Foto: Julius Mark / Sammlung Schiendl |
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Es
verkehrten im Regelfall drei Holzzüge, es gab aber auch Tage mit
bis zu fünf Zügen mit je 30 t Holz nach Lunz wo die die Umladung
auf Wagen der Ybbstalbahn erfolgte. Gleisfragmente und Planum einer Werksbahn (6) mit 600 mm Spurweite für den Kohle und Materialtransport der Eisengießerei Winter & Heiser (Heiserwerke) zu einem werkseigenen Gütermagazin sind noch zwischen den Geleisen des Bahnhofes Kienberg-Gaming und dem Werkskanal zu finden. |
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| Mehr Information über die Ybbstalbahn-Bergstrecke finden Sie >>HIER<< | |
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| Quellennachweis: | |
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Die Bergstrecke der Ybbstalbahn, Werner Schiendl, Verlag Kenning |
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| Waldbahnen in Österreich, Manfred Hohn, Verlag Josef Otto Slezak | |
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H C. Kohn Ernst Sladek Juni 2008 |