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Ybbstalbahn - Bergstrecke
Mit dem Ötscherland - Express über den Berg von Lunz am See nach Kienberg / Gaming

Zusammenstellung: Ernst Sladek, H. C. Kohn und ÖGLB


Neue Haltestellen sind grün eingezeichnet

Die Ybbsthalbahn-Bergstrecke von Lunz am See nach Kienberg-Gaming wurde am 
12. November 1898
als dritte Teilstrecke der von Waidhofen/Ybbs ausgehenden, rund 71 km langen Ybbstalbahn eröffnet.

Von Lunz am See ausgehend wurden folgende Bahnhöfe und eine Haltestelle bedient. Der nächste Haltepunkt war der Bahnhof Holzapfel. Dort wurde vorwiegend Holz und Kohle verladen die vom Steinkohlenabbau des Pramelreithereck’s stammte.
Als nächsten Bahnhof erreichte man Pfaffenschlag und damit den höchsten Punkt der Bergstrecke mit 699 Meter ü.M. Pfaffenschlag bildet auch die Wasserscheide zwischen Erlauf und Ybbs. Dort wurden Holz und landwirtschaftliche Produkte verladen.

Über die Haltestelle Gaming erreichte man den Endpunkt, Bahnhof Kienberg-Gaming und damit den Anschluss an die Regelspurige Erlauftalbahn.
Nach Jahrzehnten des Betriebes dieser Schmalspurbahn als öffentliche Eisenbahn stellten die ÖBB im Jahr 1988 den Gesamtverkehr auf der 17,5 km langen Bergstrecke ein.
Am 17.06.1990 wurde der Museumsbetrieb durch den Verein "Österreichische Gesellschaft für Lokalbahnen" (ÖGLB) unter dem Namen "Ötscherland-Express" aufgenommen.

Foto: H. C. Kohn
Bahnhof:  Lunz am See

Betriebsführung durch die vereinseigene Niederösterreichische Lokalbahnen-Betriebsgesellschaft (NÖLB).

Haltestelle:  Gasthaus Paula

Zur Förderung des Fremdenverkehrs und Erschliessung des Wander- und Radtourismus wurden von der NÖLB noch drei weitere Haltestellen eingerichtet. 
Es sind dies die Haltestellen Amonhaus, Gasthaus Paula und Hühnernest.
Besonders interessant ist die 17,5 km lange, überaus kühn trassierte Bergstrecke zwischen den Bahnhöfen Lunz am See und Kienberg Gaming mit einem Höhenunterschied von 310 Metern und maximal 31,5 %0 Steigung.

Ein historischer Bestand an Lokomotiven und Waggons vom Anfang des 19. Jahrhunderts bilden einen ansehnlichen Querschnitt der österreichischen Schmalspurbahnen.

Dies ist nur durch den Idealismus der Vereinsmitglieder möglich die sich in ihrer Freizeit unentgeltlich für den Erhalt der Strecke und Fahrzeuge einsetzen. 

Foto: H.C.Kohn
Bahnhof: Pfaffenschlag

Foto: H.C. Kohn
Trestlework Brücken   /   "Hühnernestgraben Brücke"

Foto: H. Rubart - Archiv W. Schiendl
Trestlework Brücken   /  Wetterbachbrücke

Aus Fördermitteln der EU wurde eine Werkstätte und eine Wagenhalle errichtet um die historisch wertvollen Fahrzeuge geschützt abzustellen und Reparaturarbeiten auszuführen.

Vor jeder Saison müssen die Mitglieder des Vereines die 
Strecke  von Gestein und entwurzelten Bäumen säubern.

Foto: H.C. Kohn
Bahnhof Kienberg-Gaming

Fahrzeuge der Ybbstalbahn-Bergstrecke:

Diesellokomotive 2093.01
Die älteste betriebsfähige Diesellokomotive Österreichs wurde mit den Österreichischen Siemens Schuckert- Werken (1927) in der Grazer Waggonfabrik gebaut. 

1930
wurde sie von den ÖBB übernommen und in das Nummernschema als 2070.01s eingereiht und auf die Ybbstalbahn eingesetzt. 
1953 Umnummerierung in 2093.01 und ab 1961 in St. Pölten Alpenbahnhof eingesetzt.

Foto: H.C. Kohn
Diesellokomotive 2093.01

Eingesetzt wurde die 2093.01 auf dem Teilstück Ober Grafendorf - Gresten.1990 wurde die Lokomotive von den ÖBB wegen Unrentabilität ausgemustert, 1994 übernahm die  ÖGLB die Lokomotive. Nach der Instandsetzung wird sie zum Betriebsdienst auf der Bergstrecke verwendet.

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Diesellokomotive 2190.01
Gebaut wurde die Lokomotive1934 von der Simmeringer Waggonfabrik und den Österreichischen Siemens-Schuckert - Werken, Fabrik-Nr. 65 338/1934. 
Von den ÖBB für die Lokalbahn Ruprechtshofen - Gresten gekauft und als 2040.01 bezeichnet, ab 1938 als DRB V 15 901, ab 1953 als ÖBB 2190.01.
Nach Kauf durch die ÖGLB 1983 mit Teilen der ebenfalls erworbenen Schwestermaschine 2190.02 wieder betriebsfähig gemacht und von 1985 bis 1991 auf der Höllentalbahn im Museumsbahnbetrieb eingesetzt.

Foto: Dr. W. Schiendl
Diesellokomotive 2190.01

Seit 1991 auf der Ybbsthalbahn-Bergstrecke. 1997 in der Ursprungsfarbe grün lackiert.
Siehe Beschreibung: Die Dieselelektrische Lokomotive ÖBB 2190

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Dampflokomotive Molln
Die älteste betriebsfähige Schmalspurdampflokomotive in Österreich (Baujahr 1890).  Erbaut wurde sie von der Lokomotivfabrik Krauss/Linz, Fabriknummer 2256. 
Als Lokomotive Nummer 4 „Molln“ fuhr bis 1972 auf der Steyrtalbahn, wobei 1953 eine Umbezeichnung in 298.104 erfolgte. Nach dem Ausscheiden (1972)  wurde sie als Denkmal in Steyr aufgestellt. 

Archiv: H. C. Kohn
Dampflokomotive Molln

1984 erfolgte die Übernahme von der ÖGLB und 1989 die Revitalisierung in den Ursprungszustand. 
1990 wurde sie auf der Bergstrecke der Ybbstalbahn in Betrieb genommen.

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Dampflokomotive  U1
Die Meistgebaute österreichische Schmalspurlokomotive war ursprünglich für die Mariazellerbahn gedacht. Im Jahr
1898 wurde sie bei Krauss/Linz mit Fabriknummer 3709 gebaut.
Sie erhielt die Nummer 5 mit der sie bis 1908 fuhr und danach auf U1 umgeschrieben wurde. 
1925
wurde sie in BBÖ U51 umnummeriert, so fuhr Sie bis 1953

Dann wurde sie in das Nummernschema der ÖBB als 298.51 eingereiht. 
1984
erwarb die ÖGLB diese Lokomotive von den ÖBB und setzte Sie auf der Höllentalbahn ein. 
1987 wurde die Lokomotive in den Originalzustand von 1898 als U1, zurückversetzt. 
Seit 1990 ist sie auf der Ybbstalbahn Bergstrecke im Dienst.

Foto: H.C. Kohn
Dampflokomotive U1 bei der Höllentalbahn

Archiv: ÖGLB
Dampflokomotive U1 seit 1991 schwarz lackiert

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Dampflokomotive Uv.1
Stärkste betriebsfähige Ybbstalbahn- Maschine.
Naßdampf-Verbund-Maschine, Achsfolge C 1' n2vt
Gebaut wurde sie 1902 von Krauss / Linz, Fabrik -Nr. 4785, für die NÖ. Landesbahnen für die Strecke Gmünd – Groß Gerungs der NÖ. Waldviertelbahn.
Zuerst als Nummer 20, ab 1908 als Uv.1 bezeichnet, 1925 Umnummerierung in BBÖ Uv.5.
1938 als Deutsche Reichsbahn 99 801, 1945 – 1950 in der CSR als U 37.101 und ab 1953 bei den ÖBB als 298.205 bezeichnet.

Sammlung: H.C. Kohn
Dampflokomotive Uv1

Nach ihrem letzten Einsatz auf der Bergstrecke wurde sie 1973 ausgemustert und als Denkmal in Ruprechtshofen aufgestellt.
1984 wurde die Lokomotive von der ÖGLB erworben und die bald begonnene Hauptuntersuchung musste aus Kostengründen eingestellt werden.
Ab 1998 Aufarbeitung in der Werkstätte Ceske Velenice, 2001 Fertigstellung durch ÖGLB-Mitarbeiter in Kienberg und feierliche Inbetriebnahme auf der Bergstrecke.

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Daten der Strecke
Spurweite: ....................... 760 mm
Streckenlänge: ...............17,5 km zwischen Lunz am See und Kienberg/Gaming
Steigung: ......................... Kienberg/Gaming - Pfaffenschlag 31,5%
o
                                            Lunz am See - Pfaffenschlag 20 %
o
Höchstgeschwindigkeit:  25 km/h

ÖGLB-Website: http://www.lokalbahnen.at/bergstrecke/ 

 
Literaturtipp
Werner Schiendl: Die Bergstrecke der Ybbstalbahn -- Die Geschichte der Schmalspurbahn Lunz am See--Kienberg-Gaming 
(Verlag Kenning, D-48527 Nordhorn 2005). ISBN 3-933613-52-3

Werner Schiendl: Mit Sack und Pack nach Pfaffenschlag -- Die Geschichte der Schmalspurbahn Kienberg-Gaming -- Lunz am See, 
(Verlag Kenning, D-48527 Nordhorn 1995). ISBN 3-927587-31-1
Video Tip: Die Ybbstalbahn Best.Nr.:025 
Bestellung unter Bahn im Film Postfach 23, A-2481 Achau E-Mail: bahn.im.film@aon.at 

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Bausätze: 
Anlässlich der "Schmalspur-Expo" 2001 in Lunz am See wurden von dem Modellbauer H.C.Kohn Kartonbausätze des Aufnahmsgebäudes und des Gütermagazins Lunz am See konstruiert.

Ernst Sladek, H. C. Kohn, ÖGLB
April 2009